Einstellung des Kontaktstudiums "Sprachandragogik" 2017

Das Kontaktstudium „Sprachandragogik“ wurde 1979 als damals neuartiges Weiterbildungsmodell an der Nahtstelle zwischen praxisbezogener Fortbildung und Wissenschaft ins Leben gerufen. Leitziel von Beginn an war es, Kursleitende für moderne Fremdsprachen und für Deutsch als Fremd-/ Zweitsprache, die in der Erwachsenenbildung tätig sind, begleitend zu ihrer Unterrichtspraxis auf die speziellen didaktischen und methodischen Anforderungen des Unterrichts mit Erwachsenen vorzubereiten.Bis heute haben weit mehr als 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die meisten von ihnen aus Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, dieses Angebot genutzt, um sich in den offenen Modulen des Kontaktstudiums weiterzubilden, um die eigene Unterrichtspraxis zu reflektieren und um auf Wunsch mit Ablegen einer Abschlussprüfung ein berufsqualifizierendes Zertifikat zu erwerben.Die Rückmeldungen der Teilnehmenden an den Veranstaltungen des Kontaktstudiums zu den Lehrenden, zum Lehrstoff und zu den Transfermöglichkeiten in die eigene Unterrichtstätigkeit waren über die Jahre mehrheitlich gut bis sehr gut. Insbesondere die Dozentinnen und Dozenten, allesamt Lehrende der Erwachsenenbildung sowie Leitende und Programmverantwortliche an Volkshochschulen, erhielten stets herausragende Feedbacks.Gleichzeitig beobachten wir seit einigen Jahren, dass die Zahlen der Teilnehmenden an den Modulen des Kontaktstudiums stark rückläufig sind und weit hinter den Erwartungen und den erforderlichen Mindestgrenzen zurückbleiben. Waren es etwa im Jahr 2006 noch 213 Teilnehmende insgesamt und damit im Schnitt 53 TN pro Modul bei damals 4 Modulen im Jahr, so waren es 2015 nur noch 17 Teilnehmende insgesamt und damit im Schnitt 8 TN pro Modul, wobei von den 5 geplanten KSSA-Modulen nur zwei Module angeboten wurden (die fünf Module aus dem Angebot des Kontaktstudiums „Sprachandragogik“ wurden 2015 mit zwei Modulen aus dem Angebot des Kontaktstudiums „Lehren lernen – Lernen lehren ergänzt“).Wir haben versucht dieser Entwicklung entgegenzusteuern, etwa durch Marketing- und Werbemaßnahmen, durch eine intensivere Anbindung an den hessischen Volkshochschulverband oder durch eine Modifizierung des Kontaktstudiums dahingehend, dass die Vergabe von ECTS-Leistungspunkten („Credit Points“) sowie der Erwerb eines zertifizierten Abschlusses im Zeitraum eines Jahres neben den jeweils einzeln belegbaren Modulen ermöglicht wird.Dennoch blieb der gewünschte Effekt leider aus und die oben genannte Entwicklung der Teilnehmendenzahlen konnte in keinen positiven Trend gewendet werden. Dies mag unter anderem auch an der Quantität der Angebote im Bereich der Fremdsprachen-Weiterbildung liegen oder auch an einem bundesweit zu verzeichnenden Trend rückläufiger Teilnahmezahlen an Fortbildungen zur Fremdsprachendidaktik und -methodik.So müssen wir nach reiflicher Überlegung und Prüfung möglicher Alternativen sowie nach Abwägen zwischen den Anforderungen einer modernen Sprachandragogik und entsprechender Weiterbildungsmöglichkeiten einerseits und nicht zuletzt kalkulatorischen Erwägungen andererseits das Kontaktstudium Sprachandragogik zum Jahresende 2016 einstellen. Dies stellt für uns nach fast vier Jahrzehnten eine gravierende Zäsur dar. Gleichzeitig besteht die bewährte Kooperation zwischen dem Verband der Volks-hochschulen von Rheinland-Pfalz und dem Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Mainz in den weiteren Kontaktstudien fort, so im Kontaktstudium „Lehren lernen - Lernen lehren“, im Kontaktstudium „Öffentlichkeitsarbeit und Marketing“ oder in den Angeboten zur Profilpass-Qualifizierung und Rezertifizierung.Diejenigen, die bereits als Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein oder mehrere Module des Kontaktstudiums „Sprachandragogik“ absolviert haben, können gemäß der Rahmenordnung der Johannes Gutenberg Universität Mainz für die Prüfung in Kontaktstudien vom 31. Januar 2013 (Programmspezifischer Anhang Weiterbildendes Kontaktstudiums Sprachandragogik, C. zu den §§ 3 und 4) binnen drei Jahren die notwendigen Module für ihren Abschluss erwerben. Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung prüft hierfür gegebenenfalls den Äquivalenz-Nachweis von entsprechenden Weiterbildungen anderer Anbieter zur Anrechnung im Kontaktstudium „Sprachandragogik“. Selbstverständlich ist es auch möglich, sich äquivalente Module aus dem Kontaktstudium „Lehren lernen – Lernen lehren“ anerkennen zu lassen.Eine weitere Möglichkeit ein Zertifikat zu erwerben, das die Voraussetzungen des gemeinsamen Rahmenkonzeptes „Erwachsenenpädagogische Qualifizierung für Kursleitende“ der Fortbildungsbeauftrag-ten der vhs-Landesverbände im DVV und des DIE erfüllt, besteht darin, sich für einen Abschluss des Kontaktstudiums „Lehren lernen – Lernen lehren“ zu entscheiden und sich die bereits absolvierten äqui-valenten Module des Kontaktstudiums „Sprachandragogik“ im Kontaktstudium „Lehren lernen – Lernen lehren“ anerkennen zu lassen.Für Fragen bezüglich des Abschlusses und der Anerkennung von Nachweisen wenden Sie sich bitte an das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung. Ihre Ansprechpartnerin ist Frau Dr. Simone Schinz ( Unser Dank gilt den in all den Jahren überaus engagierten Dozentinnen und Dozenten der Sprachandra-gogik sowie den konzeptionell und beratend mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen der Universität und der Volkshochschulen im langjährig tätigen gemeinsamen Arbeitskreis (GAK), den organisatorisch und administrativ Mitarbeitenden auf universitärer und auf vhs Seite sowie nicht zuletzt den motivierten und stets motivierenden Teilnehmenden!Bitte melden Sie sich gerne bei Rückfragen.